Chinas Wirtschaft ist zunehmend von strukturellen Schwächezeichen geprägt. Verantwortlich sind vor allem eine anhaltend schwache Binnennachfrage, geopolitische Spannungen – insbesondere mit den USA – und ein fragiler globaler Ausblick.

Innerer Abschwung – durch Immobilienkrise und Deflation belastet

Zwar führen die nach wie vor starken Exportergebnisse in diesem Jahr zu einem offiziellen Wirtschaftswachstum von 5 Prozent, doch „die Wachstumsfaktoren des Landes stecken seit 2022 in einer Krise“. So heißt es in einem aktuellen Länderbericht des Kreditversicherers Credendo.

Hauptproblem ist, dass der private Konsum seit einiger Zeit nicht mehr als verlässlicher Wachstumsmotor fungiert. Der Immobilienmarkt verbleibt in der Krise: Transaktionen und Preise sind rückläufig. Weil viele Haushalte traditionell in Immobilien sparen, wirkt sich diese Krise stark auf das Konsumentenvertrauen aus.

Die Deflation verschärft diese Dynamik: Die Verbraucherpreise stagnieren oder fallen, was laut Credendo zu einer „Deflationsspirale“ beiträgt. Gleichzeitig ist eine groß angelegte fiskalische Unterstützung kaum zu erwarten, da ein Haushaltsdefizit für 2025 mit über 8 Prozent des BIP erwartet wird.

Auch wenn Peking bereits Maßnahmen ergriffen hat – wie Subventionen für Elektrogeräte, Autos und Elektronik – ist die politische Bereitschaft zu weiteren massiven Stimuli begrenzt, um langfristige Verschuldung zu vermeiden. Ein Teil der Strategie liegt darin, Überkapazitäten in der Industrie zurückzufahren, was allerdings auch Risiken birgt: Ein schrumpfender Produktionssektor könnte das BIP-Wachstum weiter schwächen.

Exportdruck als Ausgleich – aber mit Stolpersteinen

Da die heimische Nachfrage schwächelt, setzt China verstärkt auf Exporte, um sein Wachstum anzukurbeln. Besonders Sektoren wie Elektrofahrzeuge, Batterien und grüne Technologien leiden laut Credendo unter Überproduktion – und diese Überkapazitäten werden zunehmend ins Ausland verkauft.

Die Exportstrategie Chinas stößt jedoch auf Gegenwind – vor allem aus den Staaten: So sind zwischen Januar und August chinesische Warenexporte in die USA um 15 Prozent zurückgegangen. Zudem erhöhen sich die Handelsbeschränkungen seitens mehrerer Länder, die ihre heimische Industrie schützen wollen – darunter Länder wie Indien, Vietnam, Indonesien und Brasilien.

Im geopolitischen Spiel versucht China, seine Lieferketten strategisch neu zu justieren, kritische Märkte zu diversifizieren und Self-Sufficiency insbesondere im Hightech-Bereich voranzutreiben. Nicht zuletzt spielt die „Belt and Road“-Initiative eine Rolle: Chinas Engagement im Globalen Süden dient als Hebel für mehr Exporte und Einfluss.

Risikominimierung für ausländische Unternehmen in China

Für internationale Unternehmen, die in China agieren, bleibt die Situation angespannt. Credendo stuft das Geschäftsumfeldrisiko weiterhin in die Kategorie D/G ein. Die Spannungen lassen sich auch an der stark steigenden Nachfrage nach Kreditversicherungen ablesen, die die GFL-Experten seit mehreren Monaten beobachten. Für europäische Exporteure wird die Absicherung gegen Risiken – durch Zölle, Preiswettbewerb und geopolitische Spannungen – immer relevanter.

Schutz vor Zahlungsausfällen