Das geringste Risiko in Singapur, das höchste in Indonesien und Vietnam. Der Atradius-Country-Report hat die wichtigsten Handelsnationen der Region Asien-Pazifik untersucht. So schneiden China, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam ab:

Das Geschäftsrisiko in China ist trotz der wirtschaftlichen Verlangsamung stabil. So erreicht das Land in der Atradius-Wertung eine Drei auf einer Skala von 1 bis 10. Der Kreditversicherer erwartet jedoch, dass die Insolvenzen steigen werden. Das Wirtschaftswachstum wird Prognosen zufolge von 6,7 Prozent in 2016 auf 6,4 Prozent sinken.

Überkapazitäten und hohe Verschuldungen sind in Sektoren wie Konstruktion, Stahl & Metall, der Schiffs- oder Papierbranche ein Thema. Gute Aussichten gibt es hingegen in der Landwirtschaft oder im Finanzsektor.

Während gelistete und staatliche Unternehmen von Banken und Shareholdern unterstützt werden, ist beim Geschäft mit kleinen oder mittleren privaten Unternehmen Vorsicht angesagt, da diesen oft die finanzielle Unterstützung fehlt.

Stabil ist die Situation auch in Singapur – und zwar auf einem sehr hohen Level. Atradius stuft das Risiko hier in die niedrigste Kategorie ein. Obwohl das Wachstum 2016 und 2017 nur bei 1,9 Prozent liegt, steht die Wirtschaft auf einem starken Fundament – ist der Stadtstaat doch das Zentrum für Transport und Finanzen in Südostasien.

In Thailand ist das Risiko hingegen moderat und liegt in Kategorie vier. Atradius erwartet, dass die Wirtschaft 2016 und 2016 um rund drei Prozent wächst. Dafür verantwortlich ist vor allem der anziehende Tourismus, der 45 Prozent des Servicesektors ausmacht.

Für Indien stuft Atradius das Risiko in Kategorie vier ein, ebenso wie für die Philippinen. In Indien wird das Wachstum 2017 voraussichtlich ebenso wie im Vorjahr 7,6 Prozent betragen – das vielversprechendste Wachstum in Asien. Die Wirtschaft profitiert von einem stabilen politischen Klima, einer Reform-orientierten Regierung und niedrigen Ölpreisen. Der schwache Bankensektor und die hohe Auslandverschuldung bleiben jedoch Risikofaktoren.

In Malaysia liegt das Risiko auf Stufe drei: Das Wachstum hat sich 2016 aufgrund der niedrigen Ölpreise und der sinkenden Nachfrage aus China verlangsamt. Für 2017 erwartet Atradius einen gleichbleibenden Wachstumszuwachs von 4 Prozent, obwohl die Exporte leicht anziehen werden.

In den Philippinen schrumpft das Wachstum von 6 auf 5,8 Prozent in 2017. Das Wachstum wird vor allem von der privaten Nachfrage getrieben, von der rund 70 Prozent der Wirtschaft lebt. Auch die Nachfrage nach philippinischen Exportgütern wie elektronischen Geräten ist gestiegen.

Vietnam erreicht mit einer fünf die schlechteste Kategorie in der Asien-Pazifik-Region. Das Wachstum ist allerdings hoch und wird 2017 voraussichtlich auf über sechs Prozent steigen. Auch die sehr hohe Inflation geht seit 2013 wieder zurück. Doch das Land ist sehr abhängig von Asien als Exportmarkt und daher anfällig für Abkühlungen in der Region.

In Indonesien steigt das Wachstum 2017 voraussichtlich um 5,2 Prozent, gegenüber 5,1 Prozent in 2016. Atradius stuft das Land in Kategorie fünf ein. Strukturell sei das Land anfällig für externe Schocks aufgrund der hohen Abhängigkeit von Rohstoff-Exporten (der Anteil an allen Exporten liegt bei mehr als 60 Prozent) und Öl-Importen. Das Wachstum wird vor allem vom Inlandskonsum getrieben.

In Japan wird das Wachstum mit 0,7 Prozent voraussichtlich sehr schwach ausfallen – obwohl die Regierung und die Zentralbank 2013 ein massives Programm aufgelegt haben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dennoch war 2016 bereits das dritte Jahr mit einem Wachstum unter einem Prozent.

In Südkorea wird sich das Wachstum 2017 voraussichtlich wieder leicht auf 2,8 Prozent beschleunigen. Trotzdem liegt es seit 2015 unter drei Prozent, was einem Rückgang bei den Exporten geschuldet ist, vor allem was Autos und Elektronik angeht. Ein Export-Rückgang schlägt sich schnell im BIP nieder, schließlich machen die Ausfuhren 50 Prozent der Wirtschaft aus.

Noch abhängiger vom Export ist Taiwan. Hier machen die Exporte mehr als 70 Prozent des BIPs aus. Die geringere Nachfrage aus China trifft das Land daher empfindlich. Nach nur 0,6 Prozent Wachstum in 2015 wird es bis 2017 aber voraussichtlich wieder auf 1,8 Prozent anziehen.

Die Länderberichte (auf englisch) finden Sie hier (Download am Ende der Seite).