Russlands Wirtschaft erholt sich
Ist die russische Wirtschaftskrise vorbei? Laut Yves Morath, Leiter Swiss Business Hub Russia, rechnen Wirtschaftsexperten in diesem Jahr mit einer Besserung der Wirtschaftslage und mit einem möglichen Wirtschaftswachstum. Für 2017 sei man sich weitgehend einig, dass sich die Wirtschaft wieder erholen wird. In einem Interview von Switzerland Global Enterprise (S-GE) spricht der Experte über die Auswirkungen auf Schweizer Exporte, über die Chancen einzelner Branchen und das Problem der Finanzierung.
Auf genaue Prognosen zum Wirtschaftswachstum will sich Morath in dem Gespräch nicht festlegen, da die Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Russlands vielfältig seien und nur teilweise dem Einfluss der russischen Regierung unterliegen.
Schweizer Exporteure hätten massiv unter der Krise gelitten. Die Exporte aus der Schweiz nach Russland seien in den ersten zehn Monaten des Jahres 2015 um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Besonders betroffen seien Uhren mit einem Rückgang von 35 Prozent und Maschinen mit gut 27 Prozent. Für manche russischen Kunden seien Schweizer Qualitätsprodukte inzwischen einfach zu teuer geworden.
Es gibt jedoch auch Branchen, die sich auf dem russischen Markt positiv entwickeln. Derzeit seien das etwa die Lebensmittelverarbeitung, Eisenbahnzulieferer, teilweise IT und Zulieferer für die Pharma- und Medtech-Industrie. Morath rät, jetzt den Markt zu analysieren und einen verlässlichen Partner zu finden, damit man gut aufgestellt ist, um beim bevorstehenden Wirtschaftsaufschwung zu profitieren. Mit seiner Einschätzung der Wirtschaftslage bestätigt Morath auch eine aktuelle Prognose des Kreditversicherers Atradius.
Gerade jetzt würden Investoren von der Regierung mit offenen Armen begrüßt, die versucht, mit guten Angeboten und hochwertiger Infrastruktur die Unternehmen für ihre Region zu gewinnen. Doch weil die russische Regierung diverse neue Gesetze in Kraft setzt, um die Wirtschaft anzukurbeln, sei es wichtig, lokal jemanden zu haben, der gut informiert und vernetzt ist.
Das größte Problem sei momentan die Finanzierung. Wegen der internationalen Sanktionen sind Kredite sehr teuer geworden. „Auch die Absicherung von Forderungen gegen russische Abnehmer ist keine einfache Sache“, ergänzt GFL-Inhaber Ralph Krumpen. „Diejeningen Versicherer zu finden, die hier noch Deckungen übernehmen, ist sicherlich nicht einfach.“
Das komplette Interview finden Sie hier.