Die wirtschaftlichen Aussichten für Serbien sind gut: Die kurzfristigen politischen Risiken sind moderat, die Wachstumsperspektiven gut, das Finanzrisiko befindet sich im Abwärtstrend. Zu diesem Schluss kommt die „Länderstudie Serbien“ der Credendo Group. So rutscht das kurzfristige politische Risiko in Kategorie 2 von7, das Geschäftsrisiko ordnet der Kreditversicherer auf einer Skala von A bis C in Kategorie B ein.

Serbien profitiert von der Verbesserung der EU-Beziehung. Im Zuge des Beitrittsprozesses sind institutionelle Reformen erforderlich, so dient der geplante Beitritt auch als Reformmotor. Gleichzeitig ist die Verbindung zu Russland bestehen geblieben, was auch für Spannungen sorgen könnte. Dennoch beurteilt die Credendo Group die Risiken im Zusammenhang mit der politischen Situation im engeren Sinn als relativ moderat.

Die Wachstumsperspektiven sind gut – dank sich erholender Industrieproduktion und Landwirtschaft sowie verstärkten Investitionen. Dieses Jahr wird ein BIP-Wachstum von 2,8 Prozent erwartet. Im Vorjahr waren es 2,5 Prozent. Die positiven Aussichten werden jedoch von niedrigen Inlandsersparnissen und –investitionen sowie einem schwachen Geschäftsumfeld getrübt. Die Qualität des Justizwesens, Fragen der nichtpreislichen Wettbewerbsfähigkeit und die große Rolle von Staatsunternehmen in der Wirtschaft schwächen das Geschäftsklima. Doch auch hier gibt es Verbesserungen: So hat sich etwa die Leistungsbilanz positiv entwickelt.

Das Finanzrisiko, das bisher eher im hohen bis mittleren Bereich angesiedelt war, geht zurück. Nachdem sich die öffentliche Finanzlage nach der Wirtschaftskrise 2008 rasant verschlechtert hatte, hat die Regierung 2015 und 2016 eindrucksvolle Anstrengungen zur Konsolidierung des Haushalts unternommen. Die Haushaltsbilanz hat sich daraufhin verbessert und die gesamtstaatliche Verschuldung ist zurückgegangen.

Die Credendo Group honoriert die finanziellen und ökonomischen Verbesserungen, indem sie das mittel- bis langfristige politische Risiko Serbiens von Kategorie 6 auf Kategorie 5 aufwertet. Das kurzfristige politische Risiko schneidet aufgrund der niedrigen kurzfristigen Verschuldung, günstigen Liquiditätsindikatoren und dem günstigen, wenn auch sinkenden Niveau der Devisenreserven mit Kategorie 2 deutlich besser ab. Das Geschäftsrisiko ist moderat und wird auf einer Skala von A bis C in Kategorie B eingestuft.

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