Während die Welt die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko verfolgt, blicken deutsche Unternehmen mit gemischten Gefühlen auf den transatlantischen Handel. Die USA sind nicht nur Gast Geber des größten Sportereignisses der Welt, sondern auch ein zentraler Absatzmarkt für europäische Waren. Doch seit Februar 2026 gelten neue Zollregeln, die Exporteure aus der EU direkt betreffen. Dies berichten unter anderem die Bundesregierung sowie verschiedene IHKs in einer Pressemeldung. Containerschiff
Aktuelle Zoll-Lage: 10 % Aufschlag für EU-Waren

Seit dem 24. Februar 2026 erheben die USA auf Importe aus der EU einen zusätzlichen Zoll von 10 % gemäß Section 122 des Trade Act 1974. Dieser Aufschlag kommt zum regulären Meistbegünstigungszoll (MFN) hinzu und betrifft die meisten Waren mit Ursprung in der Europäischen Union. Eine wichtige Ausnahme: Flugzeuge, Flugzeugteile, generische Medikamente und natürliche Ressourcen, die in den USA nicht verfügbar sind, bleiben zollfrei.

Sektorale Besonderheiten: Stahl, Aluminium & Halbleiter

Für bestimmte Branchen gelten höhere oder spezifische Zölle:

Stahl, Aluminium, Kupfer: Seit April 2026 wird der Zoll auf den gesamten Warenwert berechnet nicht mehr nur auf den Metallanteil. Für Halbleiter mit bestimmten technologischen Parametern gilt seit Januar 2026 ein Zoll von 25 %.

Autos und Autoteile: Hier gilt aktuell eine Obergrenze von 15 %, sofern die USA die Vereinbarungen aus dem Turnberry-Deal (August 2025) einhalten. US-Präsident Trump drohte jedoch kürzlich, die Zölle auf EU-Autos auf 25 % zu erhöhen was gegen die Absprache verstoßen und europäische Hersteller hart treffen würde.

Hintergrund: Die EU-US-Zolleinigung im Überblick

Die Europäische Kommission und die USA haben sich im August 2025 im sogenannten Turnberry-Deal auf eine Grundsatzeinigung zur Höhe der gegenseitigen Zölle verständigt. Bundeskanzler Friedrich  Merz begrüßte diese Einigung als wichtigen Schritt, um eine Eskalation in den transatlantischen Handelsbeziehungen zu vermeiden. Deutschland konnte so seine Kerninteressen wahren. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte schrittweise reduziert werden, sofern die USA ihre Zusagen einhalten. Sollten die USA die Zölle auf über 15 % erhöhen, kann die EU mit Vergeltungsmaßnahmen reagierenbundesregierung.de.

WM und Wirtschaft: Ein Spiel mit zwei Halbzeiten

Während die deutsche Nationalmannschaft in den USA um den Titel kämpft, kämpfen heimische Unternehmen mit den neuen Handelsbarrieren. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die EU und USA verhandeln weiterhin über eine dauerhafte Lösung.