Wird die deutsche Wirtschaft 2024 schrumpfen?
Führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für Deutschland abermals nach unten korrigiert. Sie erwarten für dieses Jahr nur noch ein minimales Wachstum. Deutschland bleibt damit Schlusslicht im internationalen Vergleich. GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin sieht die Lage aufgrund der Rückmeldungen zahlreicher GFL-Kunden sogar noch kritischer.
Fünf Wirtschaftsinstitute haben kürzlich bekannt gegeben, dass sich die deutsche Wirtschaft wohl nicht so schnell erholen wird, wie noch im Herbst erwartet. Sie erwarten für das laufende Jahr nur noch ein Wachstum von 0,1 Prozent. Vor einem halben Jahr sind sie noch von 1,3 Prozent ausgegangen.
2025 soll sich die Wirtschaft immerhin wieder etwas erholen. Für das kommende Jahr wird ein Wachstum von 1,4 Prozent erwartet. Die Prognose der Bundesregierung ist allerdings etwas pessimistischer: Für 2025 erwartet sie ein Plus von einem Prozent. Für das laufende Jahr sieht sie – ebenfalls wie der Internationale Währundfonds (IWF) in einer Prognose von Mitte April – mit einem Plus von 0,2 Prozent ebenfalls recht schwarz.
Schwierige Lage des Mittelstands
Wenn Marcus Sarafin die Rückmeldungen der GFL-Kunden Revue passieren lässt, zeigt sich ebenfalls ein düsteres Bild. Seiner Meinung nach sind die Erfahrungen des Mittelstands als Herz der deutschen Wirtschaft in den Prognosen der Institute unterrepräsentiert. „Unsere Kunden berichten von Kaufzurückhaltung, sinkenden Preisen, fehlenden Neuinvestitionen, Kostensenkungen und Verlagerungen ins Ausland. Dazu kommen aktuell immer mehr Berichte von Kurzarbeit und Stellenabbau“, berichtet er. „Egal, mit welchen Unternehmern ich spreche, ein großer Teil des Mittelstands plant, sich aus diesem Land auf die eine oder andere Weise zurückzuziehen. Investitionsentscheidungen werden in den Unternehmen durchaus getroffen, aber immer im Ausland.“
Das habt natürlich auch negative Effekte (diverse weitere Standorte, Logistik …), so Sarafin „nur leider ist es das aktuell viel kleiner Übel als die deutschen Bedingungen. Eine Korrektur der bisherigen Wachstumserwartungen habe ich daher längst erwartet. Meiner Ansicht nach geht diese noch nicht einmal weit genug. Ich erwarte auch für dieses Jahr eine schrumpfende Wirtschaft.“
Schlusslicht im internationalen Vergleich
Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland damit beim Wachstum Schlusslicht unter den führenden westlichen G7-Industrienationen. Für die Weltwirtschaft geht der IWF hingegen für 2024 von einem Wachstum von 3,2 Prozent aus, für die Industrieländer immerhin von einem Plus von 1,7 Prozent. Die Eurozone werde laut dieser Prognose mit 0,8 Prozent deutlich darunterliegen.
Dafür dass Deutschland im Ranking abgeschlagen dasteht, sieht der IWF vor allem strukturelle Probleme wie den Rückgang der Erwerbsbevölkerung oder Investitionshemmnisse. GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin macht dafür auch ein politisches Versagen verantwortlich: „Die Rahmenbedingungen – von der Bürokratie bis hin zu den Personalkosten – sind im Ausland deutlich besser, hinzu kommt, dass unsere Kernkompetenzen schwinden. Deutschland hat sich mit so vielen Entscheidungen ins Hintertreffen gebracht, dass wir als Land verlieren werden.“