Sie fragen – wir antworten: Wie aussagekräftig ist die Factoring-Gebühr für meine Factoring-Kosten?
Die Factoring-Kosten alleine sind wenig aussagekräftig – in der Praxis berechnet kein Factoring-Unternehmen ausschließlich die Factoring-Gebühr. Factoring-Kosten setzen sich in der Regel immer aus mehreren Komponenten zusammen. Wer Angebote vergleichen möchte, sollte daher genau hinschauen: auf die Factoring-Gebühr, die Verzinsung sowie eventuelle Zusatzgebühren. Entscheidend für den Vergleich ist der effektive Jahreszins – nicht die Factoring-Gebühr allein.
Aus welchen Kosten setzt sich Factoring zusammen?
Die Gesamtkosten beim Factoring bestehen typischerweise aus mehreren Bausteinen:
- Factoring-Gebühr: Sie wird auf den gesamten ins Factoring gegebenen Umsatz berechnet.
- Zinsen: Der Factor zahlt Ihnen den Rechnungsbetrag sofort aus und berechnet dafür Zinsen. Die Verzinsung wird auf den Zeitraum zwischen Auszahlung und Zahlung durch die Debitoren berechnet. Die Zinssätze orientieren sich meist an marktüblichen Referenzwerten.
- Zusatzgebühren: Manche Factoring-Unternehmen berechnen zusätzliche Kosten – etwa für die Prüfung der Debitoren, für jährliche Audits oder andere Serviceleistungen. Diese Gebühren sind je nach Anbieter unterschiedlich.
Warum die Factoring-Gebühr allein nichts aussagt
Ein häufiger Fehler beim Vergleich von Factoring-Angeboten besteht darin, nur auf die Factoring-Gebühr zu schauen. Doch eine Factoring-Gebühr ist nicht mit einem Zins vergleichbar und kann auch nicht einfach mit einem Zins addiert werden. Der Grund:
- Die Factoring-Gebühr wird unabhängig von der Rechnungsbegleichung veranschlagt.
- Der Zins ist ein zeitabhängiger Preis – er steigt mit jedem Tag, den Ihr Debitor länger für die Zahlung benötigt.
Eine niedrige Factoring-Gebühr kann daher durch einen hohen Zins (oder teure Zusatzgebühren) mehr als aufgewogen werden – und umgekehrt.
Zusatzgebühren im Blick behalten
Neben Factoring-Gebühr und Zins können weitere Kosten anfallen:
- Debitorenprüfung: Manche Anbieter und je nach Vertragsart kostet die Prüfung der Debitoren.
- (Jährliche) Audits: Regelmäßige Prüfungen können als separate Position berechnet werden.
- Weitere Servicegebühren: Je nach Leistungsumfang des Vertrags kommen weitere Kostenpositionen hinzu.
Fragen Sie daher beim Anbieter immer nach einer vollständigen Übersicht sämtlicher Gebühren – nicht nur nach der Factoring-Gebühr.
Tipp: Nutzen Sie unseren Factoring-Rechner
Damit Sie Factoring-Angebote zuverlässig vergleichen können, empfehlen wir die Nutzung unseres Factoring-Rechners. Er zeigt Ihnen genau, wie sich der effektive Jahreszins Ihres Angebots berechnet, inklusive Factoring-Gebühr, Zins und der für Sie relevanten Kostenfaktoren. So vermeiden Sie versteckte Kosten und finden das Factoring-Modell, das tatsächlich am günstigsten für Ihr Unternehmen ist.