Coface trifft Kreditentscheidungen nun vor Ort
Coface implementiert das Prinzip „Close to the Risk“. Demnach werden Kreditentscheidungen ab jetzt immer in dem Land entschieden, in dem auch das Risiko besteht. GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin sieht in dem Modell sowohl Vor- als auch Nachteile.
Der Kreditversicherer hat nach eigener Aussage stark in seine Kreditprüfungsteams investiert. So verfügen die Experten vor Ort nicht nur überweiterführende lokale Informationen in der Landessprache, sondern können auch rechtliche Rahmenbedingungen vor Ort in ihre Entscheidungen einfließen lassen.
Nach Einschätzung von Marcus Sarafin wird das für die Kunden erhebliche Änderungen mit sich bringen. So teilt er zwar die Auffassung von Coface, dass durch die neue Struktur die internationale Kompetenz vergrößert wird, da die Experten vor Ort über ein größeres lokales Know-How verfügen.
Jedoch sieht Sarafin auch Risiken: „Meiner Auffassung nach werden dadurch in den Ländern Kompetenzen für die Auslandsrisiken eingeschränkt. Für deutsche Kunden kann das von Nachteil sein, da die Verantwortung für das Ergebnis im Land liegt und bei unterschiedlichen Umsätzen pro Land auch andere Risikobereitschaften herrschen.“ Die einzelnen Bereiche unterscheiden sich in den Ländern bezüglich des Umsatzes erheblich, da fällt es schwer, große Limite zu zeichnen. Solch eine Entwicklung hat GFL auch schon beim Kreditversicherer Euler Hermes beobachtet.
Hinzu komme, ergänzt Sarafin, dass kundenorientierte Entscheidungen auf Basis langjährig erfahrener Kreditprüfer höchste Kompetenz und größte Kundenzufriedenheit erzeugen konnten. Die jetzige Struktur lässt dies nicht mehr oder nur in Ausnahmefällen zu.
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