Die US-amerikanische Wirtschaft hat sich dank des Impftempos und der Hilfsmaßnahmen wieder erholt. Im ersten Quartal ist sie um 6,4 Prozent gewachsen. Doch noch ist unsicher, ob der Aufschwung von Dauer sein wird.

Bislang wurden in den USA mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht. Damit haben rund 57 Prozent der Erwachsenen bereits die Erstdosis erhalten, 42 Prozent sind vollständig geimpft. Das bringt nicht nur Erleichterungen im täglichen Leben mit sich – Geschäfte und Restaurants haben wieder geöffnet, es gibt wieder mehr Freiheiten für die Bürger, die Maskenpflicht ist in einigen Bundesstaaten aufgehoben –, sondern auch eine Konjunkturerholung.

Laut der Regierung in Washington hat das BIP im Zeitraum von Januar bis März 2021 gegenüber dem letzten Quartal 2020 mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von 6,4 Prozent zugelegt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, steht dieses Wachstum auf einem breiten Fundament: Konsum und Arbeitsmarkt hätten sich deutlich erholt. So sei etwa der Einzelhandelsumsatz im März um zehn Prozent gestiegen, das Verbrauchervertrauen erreichte im April Werte wie vor der Pandemie.

Die Erholung sei so ausgeprägt, dass einige Restaurants, die in der Krise Personal entlassen mussten, nun händeringend wieder nach Mitarbeitern suchen. Ob die Wirtschaft tatsächlich über den Berg ist, ist allerdings noch offen. So warnen Experten bereits vor der vierten Welle. Denn trotz der vielen Impfungen sei das Level der Neuinfektionen in einigen Teilen des Landes besorgniserregend hoch. Wie das ZDF berichtet, infizieren sich etwa in Michigan aktuell fast 8000 Menschen am Tag – so viele wie auf dem bisherigen Höhepunkt der Krise Ende November. Auch in Minnesota, Pennsylvania und Florida sei die Lage kritisch.

Zu den Risikofaktoren für die US-Wirtschaft gehört aber nicht nur das Risiko eines erneuten Corona-Ausbruchs, auch die hohen Preise für viele Rohstoffe und Lebensmittel machen der Industrie zu schaffen. Zudem ist das Insolvenzgeschehen momentan noch nicht absehbar: Da sich viele Firmenpleiten erst im Nachgang einer Krise zeigen, kann es hier noch zu drastischen Einbrüchen kommen.

Auch GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin warnt vor zu frühem Optimismus: „Die Pandemie hat die Welt immer noch fest im Griff, auch hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklungen.“ Dass der Aufschwung in den USA deutlich höher ausfalle als aktuell in Europa, sei auf die Impfungen zurückzuführen. „Die Entwicklung in den USA zeigt, wie wichtig es ist, dass wir noch mehr Anstrengungen überall auf der Welt unternehmen, damit die Weltbevölkerung schnellst möglich geimpft wird. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, dass wir alle uns wieder um die Zukunft des Landes hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung kümmern können.“