Die Bundesregierung hat die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht erneut verlängert – allerdings nur in Ausnahmefällen. Das ist bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen. Sanierungsexperten warnen daher davor, dass sich Betriebe unwissentlich strafbar machen, wenn sie die Insolvenz verschleppen.

Wichtig ist zu wissen: Die Antragspflicht bei Insolvenz ist nicht mehr generell ausgesetzt. Nur, wenn Firmen noch auf Hilfszahlungen warten, sind sie noch bis Ende April von der Pflicht ausgenommen. Für alle anderen Unternehmen gilt: Wenn sie später Insolvenz anmelden müssen, wird rückwirkend ein verspäteter Antrag und der Verdacht auf Insolvenzverschleppung geprüft. Das kann teuer werden.

Die Experten, die das Handelsblatt zitiert, kritisieren, dass nicht klar genug kommuniziert wurde, für welche Unternehmen die Ausnahmeregeln weiterhin gelten. Das sind nämlich nur noch wenige. Konkret betreffe es Firmen, „die allein deshalb insolvent sind, weil sie die beantragten November- oder Dezemberhilfen noch nicht erhalten haben, und die durch die Hilfen wahrscheinlich überlebensfähig sind“.

GFL-Experte Fabian Sarafin warnt noch vor einer zweiten Problematik: „Damit einher geht auch das Risiko von einer potenziell steigenden Anzahl an Insolvenzanfechtungen. Unternehmen wissen oftmals noch nicht, dass dieses Risiko versicherbar ist. Das Thema bedarf aber einer inhaltlichen Beratung und daher steht GFL gern dafür zur Verfügung.“